ProDok 4.0 auf der tekom-Jahrestagung 2018

Forschungsprojekt ProDok 4.0 verbindet Künstliche Intelligenz mit Technischer Dokumentation

Das Forschungsprojekt ProDok 4.0 – Prozessorientierte Dokumentation für Industrie 4.0 – präsentierte sich am 14. November auf der tekom-Jahrestagung 2018 in Stuttgart mit dem Vortrag „Forschungsprojekt ProDok 4.0 verbindet Künstliche Intelligenz mit Technischer Dokumentation“.

Vor mehr als 100 Interessierten erklärten die Team-Mitglieder Ulrich Beez, vom Fachbereich Informatik der Hochschule Darmstadt, und Fabienne Schumann, von der dictaJet GmbH, den Einsatz Künstlicher Intelligenz im ProDok 4.0-Projekt. Dabei erläuterten sie die unterschiedlichen Methoden, mit deren Hilfe eine Brücke zwischen dem Maschinenpark der Industrie 4.0 und der modularisierten Technischen Dokumentation geschlagen werden konnte.

Ziel ist es, die zum aktuellen Maschinenstatus passgenaue Fehler-Dokumentation automatisiert und gebündelt, unabhängig vom Endgerät, zur Verfügung zu stellen. Angenommen, die Maschine, an der ein Mitarbeiter arbeitet, gerät in einen Fehlerzustand, kann sich die manuelle Suche nach der Problemursache und -lösung als höchst aufwändig erweisen. Genau hier möchte das ProDok 4.0-System unterstützen, indem es in Echtzeit Zustandsdaten über die Produktionsmaschine und ihre jeweiligen Prozessschritte automatisch beobachtet und analysiert. Diese Daten werden genutzt, um passende Dokumentation für den aktuellen Fehlerfall automatisch zu suchen, wobei die Dokumentation von einer zentralen Stelle bezogen wird.

Abb. 1: Brücke der Künstlichen Intelligenz verbindet Maschinenpark und Technischer Dokumentation - tekom-Jahrestagung 2018

Abb. 1: Brücke der Künstlichen Intelligenz verbindet Maschinenpark und Technischer Dokumentation

Zunächst wurde die Oberfläche der entwickelten Applikation zur Bereitstellung der bezogenen passgenauen Dokumentation vorgestellt.

Darstellung der passgenauen Maschinen-Dokumentation

Abb. 2: ProDok 4.0 – Übersichtskomponente – Desktop-Ansicht - tekom-Jahrestagung 2018

Abb. 2: ProDok 4.0 – Übersichtskomponente – Desktop-Ansicht

Die in Abb. 2 dargestellte Übersichtskomponente realisiert zwei zentrale Aspekte von ProDok 4.0:

  • Ähnlich zu einem Rundblick in der intelligenten Fabrik wird eine Übersicht aller angeschlossenen Maschinen geboten, wobei der jeweilige Maschinenstatus über einen farblichen Indikator sofort ersichtlich ist. So wird zum Beispiel ein rotes Informationssymbol angezeigt, sobald ein Problem vorliegt
  • Eine tabellarische Darstellung bietet Einblick in alle vorliegenden Probleme der angeschlossenen Maschinen. Die jeweiligen Maschinenfehler werden zusammen mit einer Navigationskomponente zur passgenauen Lösung angezeigt. So wird zum Beispiel für die Fehlermeldung Joint: Robot has stopped über den open most likely solution-Knopf eine direkte Verlinkung zur passgenauen Dokumentation der Problemlösung angeboten.

Über die Verlinkung (Abb. 2, Luppe) wird dem Benutzer eine Lösung zum Fehlerfall angezeigt (Abb. 3).

Abb. 3: ProDok 4.0 – Lösungsansicht - tekom-Jahrestagung 2018

Abb. 3: ProDok 4.0 – Lösungsansicht

Die Lösungsansicht (Abb. 3) realisiert folgende Konzepte:

  • Die zum Maschinenfehler passgenaue Lösung wird angezeigt: Move joint out of maximum angle position.
  • Die Lösung wird in ihrem Kontext (Maschine | Fehlerfall) verortet: LBR iiwa 14 R820 | Joint: Robot has stopped.
  • Das Feedback des Benutzers bezüglich der Lösung wird über die Abfrage Problem resolved? eingeholt.
  • Passende Hintergrundinformationen zur Lösung werden angeboten, wie zum Beispiel die Ursache(n) (Problem caused by) und Symptom(e). Sollte es mehrere Ursachen für einen Fehler geben, werden diese der Eintrittswahrscheinlichkeit nach absteigend angezeigt.

Um die in Abb. 2 und 3 dargestellten Funktionalitäten abzubilden, verknüpft ProDok 4.0 das digitale Maschinentypenschild sowie die Maschinenfehlermeldungen mit modularisierter Technischer Dokumentation.

Die Verknüpfung erfolgt ontologie-gestützt. (seite 2)