Industriebeirat hat getagt: breiter fachlicher Austausch im ProDok-Projekt

Thementisch „Change Management in der Wissenskultur des Unternehmens“

ProDok 4.0: Ergebnisse der Diskussion um die Wissenskultur im Unternehmen

ProDok 4.0: Ergebnisse der Diskussion um die Wissenskultur im Unternehmen (Ausschnitt)

Im Fokus der Diskussion, die von Fabienne Schumann, dictaJet, und Leticia Baumann, KUKA Roboter, moderiert wurde, stand die Automatisierung der Dokumentation von Erfahrungswissen. Ist dies überhaupt möglich? Hindernisse liegen oft bei Widerständen, Wissen abzugeben. Nicht zuletzt ist das Wissen der Mitarbeiter das, was sie wertvoll macht und von anderen abgrenzt. Ein Gemeinschaftsgedanke, also der Gedanke, dass Wissen teilen immer ein Geben und Nehmen ist und letztlich alle davon profitieren, muss in den Unternehmen oft erst etabliert werden und erfordert ein Change-Management-Prozess in der Wissenskultur des Unternehmens.

Ist „Druck machen“ die Lösung?

Der Umgang der Unternehmen mit diesem Thema ist unterschiedlich. In einigen Firmen werden Zielvereinbarungen festgelegt, damit ein System von den Mitarbeitern auch befüllt wird. Dies alleine genügt jedoch nicht, und es wurde einstimmig erkannt, dass „Druck machen“ nichts bringt. Hier ist eine konstruktive Feedback-Kultur des Unternehmens gefragt, um die Motivation der Mitarbeiter und ihr Verständnis für das Thema zu erhöhen.

Alle Mitglieder des Industriebeirates waren sich auch einig, dass Dokumentation im Arbeitsalltag Zeit frisst! Die Anerkennung, dass Dokumentation Aufwand bedeutet und dem Mitarbeiter diese Zeit auch zur Verfügung gestellt werden muss, ist ein wichtiger Aspekt. Zudem muss diese Zeit nah an den relevanten Prozessen bereitstehen. Interessant wäre sogar eine eigene Kostenstelle für die Dokumentation einzurichten!

Das Mitmachen einfach gestalten… und noch einfacher…

Dennoch: Nicht jeder ist ein geborener Autor… Um die Hemmschwelle so niedrig wie möglich zu halten und den Mitarbeiter zu motivieren, sein Wissen in die Wissensbasis einzupflegen, sollte das „Mitmachen“ so einfach wie möglich gestaltet sein. Neue Wege sollten hier bestritten werden: Von einer multimedialen Eingabe-Möglichkeit (Spracheingabe, Bilder, Videos) bis hin zu der Möglichkeit, sich an einen Gruppen-Autor zu wenden, der den mündlichen Beitrag des Kollegen aufnimmt und für die Übermittlung an das System aufarbeitet. Bei einer schriftlichen Eingabe sollte eine Mischung aus strukturierter Eingabe und Freitext angeboten sein. Wichtig in allen Fällen ist die anschließende Qualitätssicherung der Beiträge durch Redakteure.

Was sind die motivierenden Faktoren für eine offene Wissenskultur?

  • Spaß:
    Menschen teilen sich gerne mit, gerade in Zeiten von Social Media. Hier muss ein „Joy of Use“ her.
  • Wertschätzung:
    Wenn die anderen dein Wissen als nützlich bewerten, erhältst du einen Experten-Status und wirst dadurch von den Kollegen und Vorgesetzten wertgeschätzt Motivierend könnte auch sein, einen Autor des Monats zu küren.
  • Transparenz:
    Es ist gut zu wissen, wohin die Information fließt, die ich eingebe. Und auch welche Verbesserung(en) sie hervorbringen konnte. Erfolgsgeschichten könnten daraus resultieren und veröffentlicht werden.
  • Mitgestaltung:
    Dem Mitarbeiter vermitteln, dass er die Möglichkeit zur Mitgestaltung hat. Dies erfordert aber, dass er sich mit dem Unternehmen gut identifiziert.

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