Industriebeiratsveranstaltung 2018 im neuen Format

Am Nachmittag: Vorführungen an den Demonstratoren

Den Nachmittag gestalteten wir so, dass sich unser Industriebeirat in Gruppen abwechselnd die Demonstratoren der Verbundpartner anschauen konnte. Die Entwicklungsergebnisse konnten im Rahmen der jeweiligen ganz konkreten Anwendungsfällen gezeigt und diskutiert werden.

Demonstrator „Fehlerdokumentation – Symptom / Cause / Solution“

Der Verbundpartner ISRA SURFACE VISION zeigte an seinem Stand die Oberfläche der entwickelten Applikation zur Pflege und Suche der Fehlerdokumentation. Diese Fehlerdokumentation wird in Form eines modularen Triplets „Symptom-Cause-Solution“ verwaltet. Über die ProDok 4.0-Eingabeoberfläche können Symptome, Ursachen (Causes) und Lösungen (Solutions) dokumentiert werden. Im Hintergrund fließen sie in eine Graph-Datenbank, in der sie semantisch miteinander verknüpft sind.

Demonstrator des Anwendungsfalls ISRA
Marco Hutter (h_da) am Demonstrator im Anwendungsfall der ISRA SURFACE VISION

Unser Projektkollege der Hochschule Darmstadt, Marco Hutter, moderierte zusammen mit Jens Hülsmann von ISRA den Demonstratoren-Stand. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern kamen Fragen bezüglich der Wichtigkeit, die Dokumentation der Fehlerfälle in die expliziten Module „Symptom“ „Cause“ und „Solution“ strukturiert vorzunehmen. Oft werden nämlich „nur“ der beobachtete Fehlerfall (Symptom) und dessen Lösung(en) dokumentiert; die Ursachen werden nicht explizit beziehungsweise separat dokumentiert.

Ergebnisse der Diskussionen am ISRA-Demonstratoren
Rückmeldungen am ISRA-Demonstrator

Eine weitere Frage des Publikums war, ob es möglich sei, in der modularen und semantischen Graph-Datenbank weitere Domänen abzubilden und zu verwalten. Des Weiteren wurde über die Tiefe der Lösungsdokumentation diskutiert sowie über die Prozesse zur Wartung und Pflege der Fehlerdokumentation. Sobald das System über eine größere Anzahl an SCS-Triplets verfügt und/oder immer mehr Mitarbeiter über das ProDok 4.0-System Fehler dokumentieren, wird es unerlässlich, dass Prozesse zur Qualitätssicherung der Dokumentation Bestandteils des Systems sind.

Demonstrator „Dokumentationsunterstützung für Roboterapplikationen“

Am Stand unseres Verbundpartners KUKA zeigte das Projektteam, wie das ProDok 4.0-System den Bediener des sensitiven Leichtbauroboters iiwa (LBR-iiwa) unterstützt, wenn das Anbringen des elektronischen Bauteils auf die Hutschiene fehlgeschlagen ist.

Das ProDok 4.0-Team im KUKA-Anwendungsfall
Das ProDok 4.0-Team im KUKA-Anwendungsfall
v. l. n. r.: Dr. Jürgen Born, Ulrich Beez,
Zhicong Xian, Daniel Braun

Unterschiedliche Faktoren aus der Umgebung des LBR-iiwa können Ursache dafür sein, dass er das Bauteil nicht anbringen kann. Sei es, dass die Schiene verbogen ist, dass an der Stelle ein Bauteil schon angebracht ist, dass der Winkel der Schiene geändert wurde, dass ein Fremdgegenstand das Anbringen verhindert, etc. Im ProDok 4.0-Dokumentationssystem sind alle möglichen Ursachen in Verbindung mit einer beziehungsweise mehreren Lösungsansätzen semantisch dokumentiert. Sie werden dem Roboter-Bediener im Dashboard des Systems angeboten.

Während der Vorführung wurden tiefergehende Fragen bezüglich der Funktionsweise des ProDok 4.0-Systems gestellt, und über die neuen Herausforderungen, die die Mensch-Roboter-Kollaboration am Arbeitsplatz mit sich bringt, diskutiert und gestaunt.

Demonstrator „Reifegradmodell Doku 4.0“

Am Stand von dictaJet zeigte Ute Schmidt die Online-Fragebögen, die als Bestandteile des Beratungskonzeptes „auf dem Weg zur Doku 4.0“ entwickelt wurden. Es wurde sowohl die Verwaltung der Fragen und Antworten im Backend des Umfragetools gezeigt, als auch, wie sie für die Nutzer auf der Oberfläche im Frontend erscheinen. Zum Teil wurden die Fragen inhaltlich als zu generisch und allgemein formuliert empfunden.

Ergebnisse der Diskussionen am dictaJet-Demonstratoren
Ergebnisse der Diskussionen am dictaJet-Demonstratoren

E Während der Diskussionen mit allen drei Teilnehmergruppen wurde uns zurückgemeldet, dass die Ergebnisse des Projektjahres sehr umfassend und interessant sind, sie nun aber den Weg in die User-Tests finden sollten. Es sei von größter Wichtigkeit, die komplexe Thematik so aufzubereiten und zu präsentieren, dass sowohl zielgruppennahe als auch zielgruppenfremde Personen schnell verstünden, worum es beim Beratungskonzept und dem Reifegradmodell „Doku 4.0“ geht. Das heißt, Begriffe sollten klar definiert und konsequent einheitlich genutzt werden, Abbildungen und Graphiken sollten im Sinne von „ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ verständlicher gestaltet werden.