ProDok 4.0-Industriebeirat tagt zum Projekt-Abschluss

Vorführungen an den Demonstratoren

Nach den Vorträgen ging es in die Praxisphase. Parallel zum zwanglosen Mittag­essen mit Buffetcharakter bestand für den Industriebeirat Gelegenheit, sich die Demonstratoren der drei Verbundpartner anzusehen. Dabei konnten sie nach Interesse entscheiden, welche der vorgestellten Lösungen sie genauer unter die Lupe nehmen möchten. Im Gespräch mit den Projektpartnern wurden dabei konkrete Fragen diskutiert und individuelle Anwendungsfälle angesprochen.

Demonstrator „Dokumentationsunterstützung für Roboterapplikationen“

KUKA hatte eigens den sensitiven Leichtbauroboter iiwa mitgebracht (siehe Bilder in der Fotogalerie unten). Mit ihm zeigte das Projektteam an seinem Stand, wie das ProDok 4.0-System den Bediener des Roboters unterstützt, wenn beim Anbringen des elektronischen Bauteils auf der Hutschiene ein Fehler auftritt. Unterschiedliche Faktoren in der Umgebung des LBR iiwa können dazu führen, dass ein Bauteil nicht angebracht werden kann. Sei es, dass die Schiene verbogen ist, dass an der anvisierten Stelle bereits ein Bauteil angebracht ist, dass der Winkel der Schiene geändert wurde, dass ein Fremdgegenstand das Anbringen verhindert etc. Im ProDok 4.0-Dokumentationssystem sind alle möglichen Ursachen und die entsprechenden Lösungsansätze semantisch dokumentiert. Im Fehlerfall werden sie dem Roboter-Bediener im Dashboard des Systems vorgeschlagen. Während der Vorführung wurden detaillierter über die Funktionsweise des ProDok 4.0-Systems diskutiert und die Besucher konnten sich die neuen Herausforderungen vergegenwärtigen, die mit der Mensch-Roboter-Kollaboration am Arbeitsplatz einhergehen.

Demonstrator „Fehlerdokumentation – Symptom / Cause / Solution“

Die Verbundpartner ISRA SURFACE VISION und Hochschule Darmstadt zeigten die Oberfläche der entwickelten Applikation zur Pflege und Suche der Fehlerdokumentation. Diese Fehlerdokumentation wird anhand einer Ontologie in Form des modularen Triplets „Symptom-Cause-Solution“ verwaltet. Über die ProDok 4.0-Eingabeoberfläche können Symptome, Ursa-chen (Causes) und Lösungen (Solutions) dokumentiert werden. Im Hintergrund fließen sie in eine Graph-Datenbank, in der sie semantisch miteinander verknüpft sind. (Bilder in der Fotogalerie unten)

Demonstrator „Reifegradmodell Doku 4.0“

Am Stand von dictaJet zeigten Ute Schmidt und Fabienne Schumann die 2019 entwickelte Applikation für die teil-automatisierte Auswertung der Antworten aus den Online-Fragebögen. Diese werden im Rahmen der Reifegradanalyse „Doku 4.0“ in einer ersten Phase des Beratungskonzeptes gemeinsam mit dem Kunden beantwortet. Die Applikation ermittelt die erreichte Reifegradstufe in den jeweiligen Fragebereichen und informiert über eventuelle Inkonsistenzen zwischen den Antworten. (Bilder in der Fotogalerie unten)

Podiumsdiskussion

Heinz Lentz, voestalpine SIGNALING
Eine lebhafte Podiumsdiskussion

Während der Podiumsdiskussion sollten die Projektpartner, Dr. Michael Große als Vertreter des Projektträgers und Herr Heinz Lentz der voestalpine Signaling GmbH als Vertreter der Industrie ihre Einschätzungen zu folgenden Fragen diskutieren: Wie bewerten Sie das Forschungsprojekt ProDok 4.0 in seinen Ergebnissen? Wie lässt sich ProDok 4.0 als Projekt und in seinen Ergebnissen in die Förderlinie „Dienstleistungsinnovation durch Digitalisierung“ einordnen? Wie sind die angewendeten KI-Methoden in andere Unternehmens-Umgebungen transferierbar?

Es entwickelte sich eine gutgelaunte Diskussion, die zu umfangreichen und differenzierten Aussagen führte. Diese lassen sich wie folgt zusammenfassen: Das Projekt kann dadurch als erfolgreich eingeschätzt werden, dass alle Projektpartner für ihre Unternehmen und Geschäftsmodelle einen unmittelbaren Nutzen ziehen können. Die Ergebnisse des Projektes fließen in weitere Entwicklungen und können ganz konkret verwertet werden. Es wurden sogar Ergebnisse erreicht, an die zu Beginn nicht gedacht wurden. Das Projekt brachte zudem die jeweiligen Fachgebiete der Projektpartner einander näher; Es entstand dadurch ein breiter Wissenstransfer.

Zur Frage der Übertragbarkeit der Projektergebnisse, wurde nochmals darauf hingewiesen, dass das ProDok 4.0-System im jetzigen Zustand ein Demonstrator ist, der bis zum Betrieb in einem Un-ternehmenskontext weiterentwickelt und integriert werden muss. Allerdings ist das Konzept und das Framework, d. h. die „Hülle“ des Systems so generisch gestaltet, dass es als Grundstein für jeglichen Unternehmenskontext dienen kann. Somit sind Konzept und Framework sehr gut übertragbar.
Abschließend wurde folgende These zur Zukunft digitaler Dienstleistungen im Maschinenbau und zum Mehrwert durch die Dienstleistung Technische Dokumentation aufgestellt: Es wird ein Knowhow-Transfer innerhalb des Unternehmens stattfinden, während der Stellenwert der Technischen Dokumentation sich bessern wird. Es werden sich neue Geschäftsmodelle entwickeln, die zu einer Win-Win-Situation für Hersteller und Kunden führen werden, indem die Kunden über die Digi-talisierung der Dienstleistung Technische Dokumentation befähigt werden, den Fehlerfall selbst zu behandeln.

Zhicong bereitet den KUKA-Demonstrator vor
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