Teilvorhaben dictaJet

Industrie 4.0, das bedeutet noch mehr Automatisierung, noch mehr Digitalisierung, noch weniger Handarbeit. Mancher mag sich fragen: Wo bleibt da, in der Smart Factory, der Mensch, der Dienstleister an der Maschine? Ist menschliche Anwesenheit überhaupt noch nötig? In der Tat bedeutet die Vernetzung von Maschinen und Informationen weniger manuelle Eingriffe. Doch die Dienstleistung im Lebenszyklus von Maschinen und Anlagen ist notwendiger denn je. Sie verändert und verschiebt sich „nur“…

Dokumentationsprozesse werden bedarfs- und prozessorientierter

Wie aber verändert sich das Aufgabenspektrum des Dienstleisters? Welchen Informationsbedarf hat er? Welchen Anforderungen muss sein Berufsbild in Zukunft gerecht werden? Diesen Fragen stellt sich das Teilvorhaben von dictaJet im Forschungsprojekt ProDok 4.0.

Das Projektziel, ein System für die mobile Dokumentation zu schaffen, das sich an Prozessen orientiert, geht dabei weit über eine reine Softwareentwicklung hinaus. Vielmehr stehen die Fragen im Vordergrund: Wie muss Dokumentation aussehen, um den Anforderungen während der Inbetriebnahme gerecht zu werden? Welche Information braucht der Servicetechniker bei der Wartung der Maschine? Welche Dokumentation muss ein Applikationsentwickler leisten, der die Maschine für den Maschinenpark fit macht? Wie kann eine prozessorientierte Dokumentation ihm bei der Entwicklung hochkomplexe Applikationen helfen?

Anhand dieser Fragen wird dictaJet im Projektverlauf auch Beiträge zur Nutzerfreundlichkeit von ProDok 4.0 leisten und Szenarios für Anwendertests entwickeln. Denn die Dienstleister im Maschinenpark sind die eigentliche Zielgruppe für ProDok 4.0. Dabei spielt es keine Rolle, ob externe oder interne Dienstleister betroffen sind.

Der Dienstleister an der Maschine ist und bleibt „die zentrale Intelligenz“

ProDok 4.0 wird Dokumentationsprozesse an der Maschine selbst optimieren und für alle beteiligten höherwertige Dienste zur Verfügung stellen. Die entwickelte bedarfs- und prozessorientierte Dokumentations-Dienstleistung wird die Dienstleister an der Maschine keinesfalls ersetzen, sondern „lediglich“ noch besser unterstützen, bei immer komplexer werdenden (Problem)-situationen Lösungen zu entwickeln und schnell die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Dienstleister an der Maschine sind und bleiben dabei die zentrale Intelligenz.

Für dieses Teilvorhaben ist dictaJet Experte in mehrfacher Hinsicht: Wer kennt die Perspektive des Dienstleisters an der Maschine besser als ein Dokumentationsdienstleister? Zum anderen ist Technische Dokumentation das Kerngeschäft des Unternehmens. Und schließlich ist die Erstellung von Technischer Dokumentation selbst eine Dienstleistung für andere Dienstleister: Für den Installateur, den Inbetriebnehmer, den Monteur, den Wartungstechniker, den Applikationsentwickler, den Systemintegrator… Ohne diese wird auch Industrie 4.0 nicht ganz auskommen.

Das Erklärvideo der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften veranschaulicht in knappen 2,5 Minuten, welche Veränderungen die Industrie 4.0 mit sich bringt, auch im Bezug auf die Berufsbilder in der intelligenten Fabrik.

Erklärvideo „Industrie 4.0“ – © Acatech . Deutsche Akademie der Technikwissenschaften